Sprachbilder, Redewendungen, Bildwörter in der Bibel, wie werden sie gebraucht?


 

Wir müssen hier unsere Leser auf eine größere Arbeit zu diesem großen Thema hin verweisen. 1

Wenn wir sagen, dass die meisten der Fehler, die heute unsere unglücklichen Spaltungen verursachen, daraus entstehen, dass wir wörtlich nehmen, was bildlich ist, oder bildlich nehmen, was wörtlich ist, dann kann die Bedeutung dieses Forschungszweiges nicht überbewertet werden.

Und doch wird und ist es praktisch vernachlässigt worden.

Nur wenige Autoren, die alle an einer Hand gezählt werden können, haben dem Thema jemals Aufmerksamkeit geschenkt. Und doch liegt es an der Wurzel aller Übersetzungen; und es ist der Schlüssel zur wahren Interpretation.

John Vilant Macbet, Professor für Rhetorik an der Universität von West Virginia, hat gesagt: "Es gibt nicht einmal eine annehmbare gute Abhandlung über die Sprachbilder, die gegenwärtig in unserer Sprache existiert. Gibt es in einer anderen Sprache? Es gibt keine fortlaufende Diskussion über sie als ein paar mehr Seiten; die anderen vorgebrachten Beispiele von allen anderen sind äußerst trivial und fadenscheinig; während die Hauptvorstellung von dem, was die Hauptklasse von Sprachbildern bildet, insgesamt schmal, falsch und unphilosophisch ist. Die Verfasser, selbst die fähigsten, sind völlig im Unklaren über die genaue Unterscheidung zwischen einer Trope [eine bildliche oder metaphorische Verwendung eines Wortes oder Ausdrucks] und Metonymie; und sogar sehr wenige der literarischen Männer haben viel von Hypocatastasis gehört.'' 2

Dieser Zeuge ist wahr. Der Journalismus hat heute keine Ahnung von dem Thema. Es erhebt sich nie über ein Metapher hinaus; und es spricht leichthin von gemischten Metaphern, als ob es keine anderen Sprachbilder gäbe, und als ob alle Sprachbilder "Metapher" wären.

Der verstorbene Dean Alford verachtete oft die Figur Hendiadys; und kaum ein Kommentator beachtet Redewendungen außer John Albert Bengel. Und seit sein Kommentar veröffentlicht wurde (1687-1752), hat kein Kommentator das Thema aufgegriffen oder auf die Erhellung und Aufklärung der Schrift angewandt, wie Bengel es tat.

Niemand erfand die Redewendungen/Sprachbilder. Jeder benutzt sie unwissentlich. Sie entstehen aus Notwendigkeit durch den Gebrauch der Sprache.

Ein Bild bezieht sich auf die Form. Wenn wir von einer Person sprechen, die ein "Bild" ist, dann meinen wir, dass sie oder er auf die übliche oder allgemeine Weise gekleidet ist, wie zum Beispiel Farbe oder Schnitt oder Material.

Eine Redensart ist also ein Wort, das außerhalb seines gewöhnlichen Sinns gebraucht wird; oder es wird in einem Satz aus seiner üblichen Reihenfolge herausgenommen; oder es ist ein Satz, der in eine eigentümliche Form geworfen wird oder eine Sache die auf ungewöhnliche Weise ausdrückt wird.

Eine Redensart ist eine Abkehr von den natürlichen und festen Gesetzen der Grammatik; eine legitime Abweichung vom Gesetz: nicht aus Unwissenheit oder Zufall, sondern aus Design.

Diese Abkehr/Abweichung erfolgt mit dem gesetzten Ziel, auf das Gesagte aufmerksam zu machen, um es zu betonen.

Daher geben die Redefiguren, wenn sie in Verbindung mit den Worten verwendet werden, die der Heilige Geist lehrt, uns sozusagen die Markierung des Heiligen Geistes oder unserer Bibel. Wir hören von einem "gekennzeichneten Testament", aber die Kennzeichnung wird von Menschen gemacht, entsprechend der eigenen Vorstellung des Markierenden von dem, was wichtig ist. Wie viel wunderbarer und wichtiger muss es sein, die eigene Markierung des Heiligen Geistes zu haben; unsere Aufmerksamkeit auf das richten, was Er möchte, dass wir es für unser Lernen bemerken, als nachdrücklich, und Seine eigene spezielle Lehre vermittelnd.

Eine Redewendung mag nicht der Tatsache entsprechen, aber es ist wahr zum Gefühl/der Empfindung, und wahrer zur Wahrheit.

Wir können sagen "der Boden braucht Regen": Das ist eine einfache, kalte Feststellung der Tatsachen [fehlende Zuneigung oder Wärme des Gefühls; emotionslos]. Aber wenn wir sagen "der Boden ist durstig", benutzen wir sofort ein Bild, das so nicht wahr ist zur Tatsache, aber wahrer zur Realität und zum Gefühl; voller Wärme und Leben.

Daher können und mögen wir sagen: "Die Ernte leidet", "ein hartes Herz", "ein eiserner Wille." Oder wenn wir sagen, der Kessel kocht, meinen wir nicht wörtlich den Kessel, sondern das Wasser; noch geben wir eine Tatsache an. Was wir meinen ist, dass das Wasser im Kessel kocht.

So wenn wir also sagen "das Glas steigt", meinen wir das Quecksilber, nicht wortwörtlich das Glas oder das Barometer.

Wenn wir sagen "zünde das Feuer an", meinen wir das ja nicht wörtlich, denn das Feuer ist schon entzündet; aber was wir meinen, ist das, was wir das Feuern nennen.

All das sind Redensarten, und alle haben Namen. Diese Namen wurden meistens von den Griechen Jahrhunderte vor Christus gegeben; und ihre Zahl läuft in die Hunderte, viele von ihnen haben mehrere Vielfalt.

In unserer Arbeit von über 1000 Seiten, die wir in 217 Redensarten klassifizierten; haben wir 8000 Bibelstellen angegeben, die dargestellt wurden. Wenn wir feststellen, dass diese nur als Beispiel gegeben sind, sehen wir, dass für dem Bibelstudenten ein weiteres großes Feld des Studiums offen steht.

Es wird sich auch zeigen, dass es hier unmöglich ist, mehr zu tun als darauf aufmerksam zu machen; ansonsten würden wir gerne ein paar Beispiele für

Ellipsis,

Metonymie,

Metalepsis,

Asyndeton,

Polysyndeton,

Hypokatasis

und

Metapher geben, die für sich alleine eine besondere Redefigur darstellen und kein allgemeiner Name für jedes Sprachbild ist, wie moderne Autoren zu denken scheinen.

Wir haben gesagt, dass Fehler auf der Ignoranz/Unwissenheit über Sprachbilder beruhen. Diese Fehler sind daher nicht bloß durch Argumentation zu widerlegen/zu entkräftigen, sondern durch wissenschaftliche, literarische und grammatische Tatsachen. So:

''Das ist mein Körper'' kann als Metapher bewiesen werden, was bedeutet ''dies repräsentiert meinen Körper ''

Matthäus 26:26

Da sie aßen nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es den Jüngern und sprach, "Nehmt, esst, das ist mein Leib."


''Wir haben einen Altar ''kann als Metonymie bewiesen werden, was bedeutet ''wir haben ein Opfer''

Hebräer 13:10 (Luther 1956)

Wir haben einen Altar davon kein Recht haben zu essen die der Stiftshütte dienen.


Hebräer 13:10 (https://www.revisedenglishversion.com/Hebrews/13)

Wir haben einen Altar, von dem diejenigen die im Zelt dienen kein Recht haben zu essen.


"Die Kapernbeere wird fehlschlagen" kann als Metalepsis bewiesen werden, was bedeutet, dass das Verlangen scheitern wird.

Prediger 12: 5 (R.V.)

Wenn man vor Höhen sich fürchtet und sich ängstigt auf dem Wege, wenn der Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich belädt und die Kaper aufbricht, denn der Mensch fährt dahin, wo er ewig bleibt und die Klageleute gehen umher auf der Gasse.


Ecclesiastes 12:5 (https://www.revisedenglishversion.com/Ecclesiastes/12)

yes, they will be afraid of heights, and terrors will be in the way;

and the almond tree will blossom,

and the grasshopper will be a burden,

and desire will fail

because man goes to his everlasting home,

and the mourners go about the streets:


Ja, sie werden Höhenangst haben, und Schrecken werden im Weg sein;

und der Mandelbaum wird blühen,

und die Heuschrecke wird eine Last sein,

und das Verlangen wird versiegen

weil der Mensch in sein immerwährendes Zuhause geht,

und die Trauernden gehen durch die Straßen


Und so mit vielen Passagen, die Verwirrung bei den Lesern hervorgebracht haben, Schwierigkeiten bei Kommentatoren und Spaltungen unter Brüdern und Schwestern. Deshalb empfehlen wir ernstlich die "Redefiguren", ohne die kein Studium der Bibel vollständig sein kann.

E. W. Bullinger

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Herzlich willkommen 

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1 Sprachbilder in der Bibel gebraucht von E.W. Bullinger

Consisting of 1,104 pages (large8vo), five Appendices, and seven Indexes

https://archive.org/stream/cu31924029277047#page/n219/mode/2up

2 The Might and Mirth of Literature


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